Die Sache mit der Lautstärke

  • Ich stelle bei unterschiedlichem Video-Quellmaterial extreme Unterschiede in der Wiedergabe-Lautstärke fest, zum Teil von 200%-300%.


    Standadmäßig laufen die Filme bei mir von Kodi über den himedia Wrapper.
    Der Q5 ist per hdmi am TV und per Cinch an einem "konservativen" Denon-Amp. Also simples Stereo-out, kein Dolby, kein Mehrkanalton etc.


    Sowohl Einstellungen am Q5 (PlayerSettings) wie auch Audioeinstellungen bei Kodi scheinen dies zusätzlich zu beeinflussen.


    Nun kenne ich mich mit diesen Audioparametern überhaupt nicht aus. Mein Wunsch wäre, eine annähernd konstante Lautstärke zu bekommen,
    damit mir die Woofer beim Filmwechsel nicht an der Tapete der gegenüberliegenden Wand kleben.


    Ich weiß, dass es auch auf die Tonspuren und Tonformate der Filme ankommt, aber gibt es soetwas wie eine simple "Normalisierungsfunktion",
    ohne allzu großem audiophilem Anspruch?

    zidoo X9S · amazon fireTV Stick · SONY KD-65XF9005 · Synology DS216j und DS215j · MacBook Air · FritzBox 7590
    Die richtige Formulierung eines Problems ist nicht selten bereits die halbe Lösung.

  • Jo das ist wie mit der elenden Werbung und Programmvorschau der Fernsehsender ... im Film versteht man kaum ein Wort und dreht den Regler hoch und wenn dann der Werbeblock kommt, fetzt es einem das Trommelfell wech ... trotz angeblicher Einigung die Lautstärke nicht mehr anheben zu wollen ... das hatte zu Beginn ja mal ganz gut geklappt, längst haben die Sender die Lautstärke aber wieder deutlich hoch gedreht.


    Die meisten Fernseher haben so eine "Lautstärke Anpassen" -Funktion, wobei die automatische Anpassung in der Regel nicht gut funktioniert, da die dahinter stehende Software nie wissen kann ob es sich gerade um eine laute oder um eine leise Passage (im Film) handelt oder ob gerade Werbung läuft etc. Am besten finde ich daher Geräte wo man die "Grundlautstärke" für jeden Sender und idealer Weise externer Quellen einzeln justieren kann, was wiederum das Problem der Werbe-Booster nicht löst.


    Um das Problem generell in den Griff zu bekommen müsste die gesamte digitale Audiowelt revolutioniert werden, da man dem Audiosignal dann zusätzlich eine Aussage zum relativen Pegel beifügen müsste, so das die Abspielsoftware wissen kann ob es sich um laute oder leise Musik / Filmpassagen handelt und auch einen Bezugspunkt zwischen verschiedenen Tonspuren und Formaten hätte ...


    An unserem neuen TV haben wir die Möglichkeit den Ton mit verschiedenen Grundeinstellungen zu "verbessern", z.B. um Sprache verständlicher zu machen. Das Fernsehprogramm besteht aber aus vielen unterschiedlichen Sendungen, wo man mal mehr Dynamik für Musik braucht und mal eine Hervorhebung der für Sprache wichtigen Frequenzen ...
    Im ehemaligen DSR -Radiosystem (Digital Satelliten Rundfunk) wurde den Sendungen ein Bit zur Differenzierung zwischen Sprache und Musik beigefügt, so das man am Radio für Sprach- und Musik-Übertragungen unterschiedliche Lautstärkeniveaus einstellen konnte, ohne das ständig umstellen zu müssen. So konnte man z.B. auch dem Moderator zwischen der Musik dämpfen oder ganz den Ton Abdrehen ...
    Das war aber offensichtlich viel zu komfortabel für den Hörer, so das man bei der Einführung der digitalen TV-Übertragung darauf verzichtet hat ähnliche Signale zur Tonauswahl in das System zu integrieren, so wie man die neue Übertragungstechnik eben auch eher dazu genutzt hat um bewährtes - wie das gute alte VPS - wieder Abzuschaffen ...


    Wenn man sich bei den Herstellen beklagt bekommt man im Tenor die immer gleichen dummen Antworten!
    - Sie sind der Erste der sich darüber beklagt ...
    - dafür besteht keine Nachfrage, also kein Bedarf ...


    Nur das diese Nachfrage ja nicht von den Zuschauern fehlt, sondern von den Sendeanstalten die sich genau das primitive, grotten schlechte System wünschen, so das der Empfänger möglichst wenig Beeinflussungsmöglichkeiten hat und alles ständig manuell selber nachregeln muss ... Denn die Sender wollen ja, das der Zuschauer mit Beginn des Werbeblocks "geweckt" wird ... was bei dem teils ebenfalls grottigen Programmen ja auch wieder dringend nötig ist ... aber da kann man ja wenigstens den Sender wechseln oder eine DVD/BD Einlegen ...

  • Vielen Dank für deinen ausführlichen Text, der sich allerdings hauptsächlich auf das TV bezog. Mit diesem
    Problem hatte ich mich längst abgefunden. Abgesehen davon, schaue ich kaum mehr TV.


    Mir ging es primär um die Lautstärkeanpassung zwischen den einzelnen Videokonserven, also Filme von HD, BR etc.


    Ich kann an meinem TV zwar Lautstärkeunterschiede zwischen den einzelnen Eingangsquellen ausgleichen, jedoch löst dies nicht
    mein Problem der unterschiedlichen Lautstärken unterschiedlicher Videosourcen innerhalb eines (1) Anschlusses.

    zidoo X9S · amazon fireTV Stick · SONY KD-65XF9005 · Synology DS216j und DS215j · MacBook Air · FritzBox 7590
    Die richtige Formulierung eines Problems ist nicht selten bereits die halbe Lösung.

  • Naja - ich hatte Deine Frage schon richtig verstanden, habe in der Antwort aber vergessen klarzustellen, das es für dieses explizite Problem erst Recht keine zufriedenstellende Lösung gibt und geben kann. Das heißt, es wäre gut möglich, das der ein oder andere AV-Receiver eine solche Funktion Aufweist. Nur hätte dieses das gleiche Problem wie am Beispiel Fernsehsender beschrieben.


    Angenommen Du hast eine DVD mit einem Action-Thriller ... woher soll die Software wissen wie sich die Lautstärke des Films entwickelt? Oder wie die relative Lautstärke deses Films gegenüber der Lovestory von Blueray ist?


    Das Problem der Frage1 ließe sich ja noch lösen, dadurch das vor dem Abspielen des Films die gesamte Tonspur eingelesen würde um den notwendigen Pegel gegenüber der vorher im Menü Einzustellenden "Normal"-Lautstärke festzustellen, denn dazu muss der Dynamikumfang der gesamten Tonspur untersucht werden ...


    Es ist also unmöglich einen laufenden Stream zu "Normalisieren", wenn man nicht weiß wie sich der Pegel der noch kommenden Ton-Daten entwickeln wird ... Erst Recht ist es völlig unmöglich verschiedenste Datenträger ins Verhältnis zu setzen.


    Das ganze ist Vergleichbar mit der Normalisierung von MP3-Files.
    Wenn Du von verschiedensten Quellen MP3-Musik gesammelt hast, dann kannst Du alle Files mit einem Tool "Normalisieren", so das sich alle Files anschließend - relativ gehört - gleich laut anhören ... Dafür liegen aber alle Daten im Voraus auf der Festplatte!
    Für das was Du im Sinn hast müsste man es genauso machen ... alle Tonspuren von auf der Festplatte liegenden DVD- und BD-ISO -Files normalisieren ... Mir ist aber kein Tool bekannt, das für einen solchen Zweck geeignet bzw. fähig wäre (Verarbeitung von DTS und den anderen im Videobereich üblichen Ton-Spuren).


    Meine Erfahrung mit den Lautstärke-Anpassungsfunktionen ist, das man damit allenfalls eine Begrenzung erreichen kann. Alle Geräte mit solchen Funktionen haben sich bislang aber als unbrauchbar erwiesen, da durch den Eingriff die Pegel-Niveaus kurzzeitig so verzerrt werden, das man so einiges von dem was gesprochen wird, nicht mitbekommt. Oder laute Bass-Spitzen - bspw. von einer Explosion - werden quasi weggeschnitten und mit ihnen oft alles was sonst gerade noch zu hören gewesen wäre (Sprache) ... Solche Funktionen verstümmeln den Ton eher, als das sie ihre eigentliche Aufgabe erfüllen würden ... was sie in Unkenntnis des Dynamikumfangs der gesamten Sendung aber auch gar nicht können .... daher sind diese Funktionen reine reine Spielerei bzw. ein Werbefeature ohne tatsächlichen Nutzen!

  • Ich habe es mir schon fast gedacht :(


    Verständlich ist es für mich trotzdem nicht. Ich meine, warum sollte die Grundlautstärke bei dem einen Film (unabhängig jetzt von dem Dynamik Feature)
    3 x so laut/leise sein, wie bei einem anderen? Übertragen auf das Bild wäre es ja dort so, dass manche Filme 3 x heller/dunkler sind wie andere, aber dort scheint es ja einen gewissen Standard zu geben.

    zidoo X9S · amazon fireTV Stick · SONY KD-65XF9005 · Synology DS216j und DS215j · MacBook Air · FritzBox 7590
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  • Da hast Du völlig Recht, ich kann es auch nicht nachvollziehen, warum beim Ton jeder einfach macht was er will. Warum es da keine Normung gibt ... und wenn schon keine Standard-Lautstärke, dann wenigstens mit jedem Tonsignal eine Information für das Abspielgerät, damit das einen Bezugslevel hat auf den es die vom Nutzer gewünschte Voreinstellung Abgleichen könnte ...


    So ein absoluter Experte bin ich nun aber auch nicht, vielleicht verirrt sich ja mal ein Tontechniker hierher und kann uns alle mal so richtig "Aufklären" was da eigentlich los ist mit dem Sch... Ton?

  • Der Lautstärkenunterschied ist halt der originale Kinosound mit einem extrem breiten Dynamikumfang. Und im Kino geht es ja auch lautstärkenmäßig ordentlich zur Sache - so ist es auch gewollt. Kinofilme die im TV ausgesendet werden durchlaufen zuvor einen Audio-Dynamikkompressor damit auch bei Zimmerlautstärke alles verständlich bleibt (Dialoge und "Actionkrawall" auf einem ähnlichen Level).


    Ich habe mir jetzt auch den Himedia Q5 quad gekauft, da ich mir einen 3D-Fernseher zugelegt habe und vermisse ebenfalls eine Funktion dieses Soundproblem etwas auszubügeln. Zuvor hatte ich einen Poppstar MS35, der eine "Nachtmodus"-Funktion besaß, die sehr gut funktionierte und das beschriebene Problem recht gut löste - und das schon vor über 5 Jahren... ;)
    Außerdem kann das doch nicht so schwierig sein: Jeder billige Kassettenrecorder hatte bereits in den 80ern eine automatische Pegel-Aussteuerung - und das in Echtzeit. :P


    Natürlich hat das alles nichts mit HiFi zu tun, aber wenn man bedenkt, dass der Rest der Audio-Kette meistens auch nicht gerade High End ist (z.B. eingebaute TV-Lautsprecher), spielt das keine Rolle, wenn man in seiner Wohnung nicht den originalen Kinosound wiedergeben möchte bzw, darf.

  • Besser spät als nie, ne?
    Also erstmal: Dieses Problem hängt ganz stark mit Surroundsound auf Stereogeräten ab. Die meisten Filme sind 5.1 aufwärts, da werden die Dialoge überwiegend auf die Centerbox gemappt, alle anderen Boxen sind für Soundeffekte, Filmmusik etc. zuständig. Nun übergibst du über ein analoges Kabel den Sound an deinen Fernseher.
    Variante 1: Dein Player ist auf Stereo eingestellt. Dann sollte er mit einem mehr oder weniger gut funktionierenden Algorithmus die 6 Kanäle auf 2 runtermischen. Das gibt nunmal Einheitsbrei, die Dialoge gehen leicht mal unter.
    Variante 2: Dein Player ist falsch eingestellt: Dann kommt sowieso nur Quark an, da er denk, die anderen Kanäle würde auch an deinen Amp übergeben. Somit schneidest du die Dialoge fast gänzlich weg.
    Wenn dein Fimmaterial hingegen schon nur eine Stereospur aufweist, dann "stimmt" die Lautstärke. Da das meiste aber Surroundmaterial ist, dürfte es dir wohl meistens bei Stereomaterial die Ohren wegpusten. Das ist übrigens auch auf den TV übertragbar, Werbung ist i.A. Stereo, viele Filme werden aber längst in DD5.1 übertragen.
    Programme wie EAC3to beherrschen das Konvertieren von Surround in Stereo mit Normalisierung ganz gut. Aber ich bezweifle, dass du jedes File da vorher durchjagen willst ;-)


    Wer einen vernünftigen AVR hat der alle Audioformate dekodieren kann und den Player auf Passthrough einstellt hat dieses Problem nicht. Ich stelle an meiner Anlage die Lautstärke höchstens in Abhängigkeit der Uhrzeit ein, ansonsten kann ich getrost mit der immer gleichen Einstellung gucken, egal ob 5.1, 6.1, 7.1 oder 2.0. Der AVR verteilt das schon korrekt auf mein 5.0 System (kein Tippfehler, sondern Rücksicht auf die Nachbarn ;-) )

  • Der AVR verteilt das schon korrekt

    ...sofern man einen hat.


    Aber danke mal.

    zidoo X9S · amazon fireTV Stick · SONY KD-65XF9005 · Synology DS216j und DS215j · MacBook Air · FritzBox 7590
    Die richtige Formulierung eines Problems ist nicht selten bereits die halbe Lösung.

  • Hallo in die Runde,
    ich hänge mich mal in den Thread, weil ich gestern schon kurz davor war "alles" zurückzuschicken ;(
    bin neu in dem Forum, bin aber schon etwas geübt, da ich den Q10 II schon seit ca. einem Jahr besitze.


    Habe mir jetzt neu den Q5 Quad geholt weil: 4K-Support und besserer Player. Zeitgleich habe ich meinen Onkyo SR607 wenn mangelnder HDMI 2.0-Unterstützung ausmustern müssen und die Umschalterei an meinem LG U850 ziemlich zeitraubend war.


    Lange Rede, kurzer Sinn: ich hatte bei den ISOs besten Ton, sobald ich aber auf mp4- oder avi-Wiedergabe gegangen bin hatte ich keinen Ton mehr. MP3-Audio ging ... ?(


    Da ich gleichzeitig an vielen Rädchen gedreht hatte (Receiver - jetzt der Yamaha 677) und dem Q5 war ich nach drei Stunden immer noch keinen Schritt weiter...


    heute morgen um 7:00 war ich wieder dran, und dann habe ich festgestellt, daß ich die Lautstärke am Q5 mit der eigenen Fernbedienung auf Null gestellt hatte g_irre , was bei den ISO's ohne Folgen war, bei den anderen Medien aber eine Tonabschaltung zur Folge hatte. Da ich sonst nur alles über eine Logitech Harmony steuere, bei der die Lautstärke am Q5 nicht berührt wird ...


    Ansonsten - fast - alles gut.
    Die Untertitel nerven, die Sprachvorgabe auch, die Spulfunktion fehlt auch, aber alles keine wirklichen K.O.-Kriterien, immerhin funktionieren die Kapitel in den ISO's.


    Also vielleicht kann man die Lautstärke-Unterschiede so etwas in den Griff bekommen.


    Gruß surfy

    LG UB850V, Yamaha RX-V 677, HiMedia Q5 Quad, LG BP 740 und noch einiges andere

  • Hallo Frischling, nein - keine Frage sondern nur Erfahrung, was so alles an Veränderungen zu Chaos führen kann. Die unterschiedliche Handhabung der Tonverarbeitung hatte mich iritiert. Ich habe jetzt die Lautstärke am HiMedia auf ca. 50% gestellt.

    LG UB850V, Yamaha RX-V 677, HiMedia Q5 Quad, LG BP 740 und noch einiges andere