Mal was anderes - Review: Beelink GT-King Pro

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    • Mal was anderes - Review: Beelink GT-King Pro

      Hallo,

      nachdem ich nun monatelang hier von der Bildschirmfläche verschwunden war (weil ich mit meiner HTPC-Lösung immer noch sehr zufrieden bin und daher mit anderen Dingen beschäftig war), hat sich nun ein Anwendungsfall ergeben, der mich wieder aus dem „Tiefschlaf“ geweckt hat.

      Anwendungsfall / Anforderungen / Motivation

      Meine bessere Hälfte wird krankheitsbedingt für einige Wochen ans Bett gefesselt sein, so dass der Wunsch aufkam, doch auch im Schlafzimmer auf meine Video- und Musiksammlung zugreifen zu können und ihr so die Tage etwas zu verkürzen.

      Die mit Filmen und Musik zu versorgende Konfiguration ist sehr simpel:
      • ein recht alter 32“-Fernseher an der Wand (aus den Anfängen der Smart-Zeit … mit grottiger Smnart-Oberfläche),
      • darunter hängend eine kleine, auch recht betagte 2.0-Soundbar (TOS-Link),
      • zwei GB-LAN-Anschlüsse und sonst
      • nix!
      Platz für zusätzliches Equipment ist nicht da, so dass sowohl für Filme als auch für Musik Kodi in Verbindung mit dem Plattenknecht genutzt wird. Auf dem zentralen NAS-System ist das komplette Film-Material als mkv-Dateien abgespeichert und alle Musiktitel sind als mp3-Dateien abgelegt. Der Player ist – aus Platzmangel – auf der Rückseite des TVs befestigt.

      Auf die üblichen Verdächtigen (z. B. Zidoo X9S oder Z9S) hatte ich gar keine Lust, da ich beim Kauf schon im Hinterkopf hatte, dass ich mal wieder ein wenig rum experimentieren (OT meiner Holden: spielen ) wollte.

      Bei meiner Suche danach, was es denn auf dem Markt so Neues gibt, bin ich dann auf den Player „Beelink GT-King Pro“ gestoßen. Und da das Gerät für rund 135€ bei Geekbuing.com (aus Europa) zu bekommen war, habe ich einfach mal zugeschlagen.


      Dabei haben mich gleich mehrere Aspekte an dem Gerät gereizt:
      • der recht neue Prozessor,
      • die zusätzlichen Audio-Chips (diese werde ich allerdings erst dann richtig testen können, wenn das Gerät im Schlafzimmer nicht mehr benötigt werden wird),
      • die Lizensierung von DTS Listen und Dolby Audio Decoding,
      • der SD-Karteneinschub erscheint mir bei meiner Befestigung auf der TV-Rückseite deutlich leichter nutzbar zu sein als diese „frickeligen“ TF-Slots,
      • das entsprechende Android-SDK ist frei verfügbar,
      • es gibt auf freaktab.com bereits erste Custom-ROMs (mit Standard Android 9 sowie auch Android TV),
      • die RS232-Schnittstelle für den Fall, dass man das Gerät mal gebrickt haben sollte, und
      • last but not least … endlich mal ein Mediaplayer mit einem aktuellen Android 9.
      Man merkt, das Spielkind will einfach nicht erwachsen werden .

      Hard- und Software-Ausstattung

      Die Hardwareausstattung sieht wie folgt aus:
      • CPU: Amlogic S922X-H Hexa-core
        der Zusatz „-H“ bedeutet, dass das Gerät für DTS Listen und Dolby Audio-Decoding lizensiert ist
      • GPU: Hexa-core ARM G52 MP6
      • zusätzliche Audio-Chips
      • 4GB + 64 GB Speicher
      • HDMI 2.1 mit HDCP
      • Dual-Band WLAN mit 2.4GHz und 5.8GHz (802.11 b/g/n/ac 2*2 MIMO)
      • Gbit-LAN
      • USB: 3 * USB 3.0 und 1 * USB 2.0 (OTG)
      • SD-Kartenleser (nicht TF !)
      • RS232-Schnittstelle
      • Fernbedienung mit Voice-Control
      Die Standard-Softwarekonfiguration sieht wie folgt aus:
      • Betriebssystem ist Android 9.0 (kein Android-TV, sondern Standard-Android)
      • Der Launcher ist recht langweilig, kann aber gegen jeden üblichen Launcher ausgetauscht werden
      • Die vorinstallierten Apps sind recht rudimentär (aber dazu weiter unten)
      Mehr dazu findet Ihr hier: bee-link.com

      Abgrenzung:

      Bei dem hier beschriebenen Gerät handelt es sich nicht um den Player „Beelink GT-King“ ohne den Zusatz „Pro“.

      Die Version ohne „Pro“, welche auch als „Orbsmart S86“ verkauft wird, hat andere Anschlüsse (z. B. kein RS232) und es fehlen meines Wissens die Audio-Chips sowie die Lizenzen für „DTS Listen“ und „Dolby Audio Decoding“. Dafür ist das Teil dann für rund 30€ weniger (auch aus Deutschland) zu bekommen.

      Inbetriebnahme:

      Da für USB-Festplatten kein Platz bzw. keine gescheite Befestigungsmöglichkeit vorhanden ist und somit alle Daten vom NAS-System kommen müssen, nutze ich nur 2 der USB-Ports für:
      • USB-Dongle für die vorhandene, schon recht betagte Tastatur Logitech K400r
      • FLIRC-Dongle, um die vorhandene Universal-Fernbedienung Logitech 950 auch unter Kodi nutzen zu können
      Die mitgelieferte Fernbedienung habe ich gar nicht erst angeschlossen, da Komponenten mit „Abhörfunktion“ bei uns nicht ins Haus kommen.

      Beim ersten Start sind die üblichen Abfragebildschirme zu durchlaufen:
      • Sprachauswahl
      • Bildschirm-Skalierung
      • WLAN-Einrichtung
      Danach landet man dann automatisch im Launcher, so dass man dann weitere Einstellungen vornehmen kann:
      • unter Droid-Settings können Bildschirm-, HDMI-CEC- und Audio-Output- sowie Power-Key-Einstellungen vorgenommen werden und
      • unter Geräteeinstellungen die klassischen Android-Einstellungen.
      Apps:

      Auf dem Gerät sind von Hause aus folgende Apps installiert:
      • Launcher LightHome (com.netxeon.lignthome)
      • AppInstaller (com.droidlogic.appinstall)
      • Beelink-AppMarket (beeling.beeappmall)
      • Bee Music (com.sample.andremion.musicplayer)
      • Bee Dateieexplorer (com.bee.software.filebrowser.beefilesexplorer)
      • Google Chrome
      • Gallerie (com.android.gallery3)
      • Google Suche (com.google.android.googlequicksearchbox)
      • Mediacenter (com.droidlogic.mediacenter)
      • Miracast (com.droidlogic.miracast)
      • Movie Player (com.droidlogic.videoplayer)
      • Musik (com.android.music)
      • Google-Play-Store
      • Sprachsuche
      • Update (com.droidlogic.otaupgrade)
      Diese recht überschaubare Ansammlung habe ich dann gleich mal für meine Bedürfnisse über den Google Playstore wie folgt erweitert:
      • Smart Launcher 3 (alt, aber für Mediaplayer immer noch meine erste Wahl)
      • FTP-Server (mit Autostart, damit ich nicht immer rennen muss (Servers Ultimate))
      • Rootfähiger Dateimanager (damit ich auch überall drankomme (Amaze File Manager))
      • QEdit
      • BusyBox Pro
      • Titanium Backup Pro
      • Kodi 18.4
      • MXPlayer Pro (wird entsprechend via XML-Datei in Kodi eingebunden)
      • QuickPic (in einer gemoddeten Version, so dass die App nicht „nach Hause telefoniert)
      • Music Foler Player Full
      • External Keyboard Helper Pro
      • Null Input Method App (damit die Tastatur nicht immer angezeigt wird)
      • HD Widgets
      Und - last but not least - habe ich dann noch aus dem Beelink-AppMarket die App
      • AFRd (Auto Frame Rate Daemon)
        für das Auto-Frame-Rate-Switching (Achtung: nicht für alle AMLogic-Devices nutzbar!), welche – wie der Name schon sagt – als Daemon im Hintergrund läuft
      heruntergeladen und installiert.

      Im nächsten Schritt wurden dann alle unnötigen Beelink-Apps deaktiviert, so dass das System nun „clean“ läuft.

      Übrigens, zusätzlich gibt es noch folgende Software-Optionen:
      • ein OpenElec-Derivat in der Version CoreELEC 9.2.0, das den AMLogic-SoC mit S922X-CPU unterstützt; nach meinem Verständnis sollte diese Version auch für die Pro-Version des Players funktionieren (allerdings ohne Gewähr, weil ich es nicht getestet habe).
      • als alternative Recovery-Console wird TWRP auf XDA angeboten.


      Erste Erfahrungen

      Das System läuft sehr flüssig und schnell. Im Vergleich zu anderen Android-Mediaplayern, die ich in der Vergangenheit hatte, ist das Teil richtig schnell.

      Die Implementierung als system_as_root Variante ist für einen Mediaplayer vollkommen in Ordnung und lässt – bis auf die Tatsache, dass Magisk nicht installiert werden kann (was an Magisk und nicht am Player liegt) – eigentlich keine Wünsche für die vorhandene Konfiguration offen.

      Mit den vorinstallierten Apps habe ich mich nicht beschäftigt, da ich seit langer Zeit immer wieder die gleichen Apps für meine Zwecke nutze.

      Nachdem Kodi eingerichtet war, konnte ich dann erste Erfahrungen mit AFRd machen. Der Daemon werkelt nicht vollkommen unsichtbar im Hintergrund, sondern der Start von Filmen wird dadurch – gefühlt – ein wenig verzögert und auch beim Film-Ende wird der Bildschirm kurz schwarz … aber dafür habe ich bislang bei keinem Film ein „Stottern“ erleben müssen. Wenn ich die entsprechenden Threads im Internet nicht falsch verstanden habe, dann kann man das Verhalten des Daemons auch noch über eine Konfigurationsdatei anpassen, das war bei mir aber bislang noch nicht nötig.

      Summa summarum halte ich den Ansatz für einen solchen Daemon für sehr gut, da die Anpassung der Framerate nicht nur auf eine App beschränkt ist, sondern systemweit für jede Vide-Apps funktioniert.

      Pro & Cons

      Vorteile:
      • die Kiste ist echt flott
      • Root ist defaultmäßig aktiviert
      • Das SDK ist öffentlich verfügbar
      • AFRd (der Auto Framerate Daemon) funktioniert nicht nur unter Kodi, sondern auch bei allen anderen Videoplayern
      Nachteile:
      • die Softwareversorgung ist bislang OK, wird aber sicherlich nicht so gut ausfallen wie z. B. bei Zidoo
      • Magisk unterstützt leider system_as_root-Geräte noch nicht, so dass keines der teils wirklich guten Magisk-Module (z. B. Busybox oder Euqalizer wie Viper4Android) genutzt werden kann
      • die Farbe des Gehäuses (davon kriege ich Augenkrebs)
      Sonstiges

      Seit der Version 8 hat Google das Berechtigungskonzept von Android für das Mounten von Festplatten bzw. Partitionen geändert. Voreingestellt ist nun, dass die gemountete Partition nur für den Prozess sichtbar ist, der den Mountvorgang ausgeführt hat.

      Das heißt, dass das Script „MountForPartitions“ ab der Android-Version 8 in der vorliegenden Ausprägung nicht funktioniert … denn das Script wird nach der Ausführung beendet, so dass die gemountete Partition für die anderen Prozesse nicht sichtbar ist. Selbst wenn man den Script-Prozess mittels einer Endlosschleife weiterlaufen lassen würde, wären die Mount-Entries auf Grund der Abkapselung der Prozesse für andere Apps nicht sichtbar.

      Ich werde demnächst eine neue Version einstellen, so dass das Script dann auch mit den neueren Android-Versionen nutzbar ist.

      Fazit:

      Für unsere Anwendung ist der „Beelink GT-King Pro“ genau richtig – uns reicht das Gerät als Zweit- Player für das Schlafzimmer auf jeden Fall. Dies liegt insbesondere auch an der Daemon-App, die das automatische Framerate-Switching im Hintergrund (fast unmerklich) übernimmt.
      Viele Grüsse
      messer

      PS: Den Like-Button zu drücken, tut nicht weh!
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      Spoiler anzeigen
      HTPC: Zotac CI540, 8GB RAM, 250GB SD, WIn10Pro x64, Kodi 17.6
      Mediaplayer aktuell : Zidoo X9S
      Mediaplayer früher : UncoreX / Xoro HST260S / Minix Neo X8-H / HiMedia Q10-II / DVico TViX M6500-A
      Fernseher : Samsung UE48H6600 + LG 32LA6608
      Sat-Receiver : VU+ Ultimo4K mit VTi-Team-Image 14
      AVR: Denon AVR-X 3300W
      Boxen : Energy Encore 5.1 - alt aber immer noch super! - Decken-LS folgen nach nächster Renovierung
      NAS: Synology DS-1817+ mit 4 * 12TW WD Gold + 4 * 4TB WD red
      Netzwerk : GB-LAN mit HP-Switch 1810-24Gv2 und AVM Fritzbox 7390

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von messer ()

    • Neu

      messer schrieb:

      Seit der Version 8 hat Google das Berechtigungskonzept von Android für das Mounten von Festplatten bzw. Partitionen geändert. Voreingestellt ist nun, dass die gemountete Partition nur für den Prozess sichtbar ist, der den Mountvorgang ausgeführt hat.

      Das heißt, dass das Script „MountForPartitions“ ab der Android-Version 8 in der vorliegenden Ausprägung nicht funktioniert … denn das Script wird nach der Ausführung beendet, so dass die gemountete Partition für die anderen Prozesse nicht sichtbar ist. Selbst wenn man den Script-Prozess mittels einer Endlosschleife weiterlaufen lassen würde, wären die Mount-Entries auf Grund der Abkapselung der Prozesse für andere Apps nicht sichtbar.

      Ich werde demnächst eine neue Version einstellen, so dass das Script dann auch mit den neueren Android-Versionen nutzbar ist.
      Danke für dein Review für diese Box, und vor allem vielen Dank das Du dich an dein Script setzt und es immer wieder zukunftssicher machst g_thumbs
      Gruß
      moere

      Zidoo X9S | Open Hour Gecko | HiMedia H8 Octa | HiMedia Q5 4K3D Quad | HiMedia Q5 Pro | VidOn Box | EWEAT EW902 | HTPC intel i5, 4GB, 128GB SSD, Win7, iR
      Yamaha AV RX-V473 | Panasonic TX-P50VT20EA (Plasma 3D) | Playstation 3 | NAS Synology 414j 4x4TB (HMS5C4040BLE640)

      ehem. Player: HiMedia Q6-II eMMC | MiniX Neo X8-H | Phantom MX4 | Tronsmart Vega S89-H


      Custom Firmware



      Dir gefällt die CFW, dann würde ich mich über eine kleine Spende freuen.

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    • Neu

      Mal schauen, wann ich mich mit dem Script befassen werde ...

      ... ein wenig Zeit habe ich schon investiert und dabei festgestellt, dass eine Anpassung für die folgenden beiden Anwendungen gar nicht notwendig ist:
      1. wenn das Gerät mit Magisk gerootet ist oder
      2. wenn auf dem Gerät SuperSU installiert ist.
      In beiden Fällen kann man dann einstellen, dass beim Mount der "global namespace" genutzt werden soll und dann kann auch das vorhandene Script genutzt werden.

      Nur bei Geräten, die als system_as_root-Devices ohne entsprechende Root-App ausgeliefert werden, kann das Problem auftreten, dass man die Mount-Points nicht sehen kann. Insofern sehe ich das Problem momentan nicht als dringend an.
      Viele Grüsse
      messer

      PS: Den Like-Button zu drücken, tut nicht weh!
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      HTPC: Zotac CI540, 8GB RAM, 250GB SD, WIn10Pro x64, Kodi 17.6
      Mediaplayer aktuell : Zidoo X9S
      Mediaplayer früher : UncoreX / Xoro HST260S / Minix Neo X8-H / HiMedia Q10-II / DVico TViX M6500-A
      Fernseher : Samsung UE48H6600 + LG 32LA6608
      Sat-Receiver : VU+ Ultimo4K mit VTi-Team-Image 14
      AVR: Denon AVR-X 3300W
      Boxen : Energy Encore 5.1 - alt aber immer noch super! - Decken-LS folgen nach nächster Renovierung
      NAS: Synology DS-1817+ mit 4 * 12TW WD Gold + 4 * 4TB WD red
      Netzwerk : GB-LAN mit HP-Switch 1810-24Gv2 und AVM Fritzbox 7390